Die Geschichte

Die Evangelische Erlöserkirche Annen ist die erste und älteste Kirche in Annen.

Diese Bild-Dokumente stammen aus der Zeit um ca. 1900-1925

Dieses Foto muss aus der Zeit nach 1925 stammen, denn unten rechts ist ein Stück des Freskos von Wilhelm HAVERKAMP erkennbar. Dieses kam 1925 in die Erlöserkirche. Das Altarbild ist seit etwa 1956 verschollen, der Schalldeckel über der Kanzel liegt heute ungenutzt im Keller, Die schwarzen Antependien (Tücher an Altar und Kanzel, die die liturgische Farbe gemäß des Kirchenjahres zeigen) werden noch heute (am Karfreitag, das am Altar allerdings in beschnittener Form) benutzt. Die Figur eines schwarzen Jungen (kein sog. „Nickneger“, der einen Teller in der geöffneten Hand hielt und hier schemenhaft an der Tür zur Sakristei erkennbar ist, ist ebenfalls seit etwa 1956 verschollen. Der Text über dem Chorbogen „Ehre sei Gott in der Höhe.“ und die Bemalung von Chorbogen und Chorraum sind seit der großen Renovierung 1954/55 im damaligen Zeitgeschmack übertüncht worden. Leider lässt sich nicht genau erkennen, was auf den drei sichtbaren Chorfenstern dargestellt war, die etwa 1954/55 durch die heutigen ersetzt wurden. Das Taufbecken stand damals direkt neben dem alten Altar und die Kanzel war noch nicht niedriger gesetzt worden.

Zunächst wurde sie daher als Kirche in oder von Annen bezeichnet. Als Ende des 19. Jahrhunderts die katholische Kirche St. Joseph erbaut wurde, setzte man die Bezeichnung Evangelisch hinzu.
Nach Errichtung der zweiten evangelischen Kirche in Annen, der Friedenskirche 1958, erhielt die Erlöserkirche ihren jetzigen Namen. Das Bauerndorf Annen wuchs durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert rasant zu einem Industriestandort.
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Die Evangelischen (Mehrheit der Bevölkerung damals) gehörten zur riesigen Flächengemeinde Lütgendortmund. 1868 wurde die Evangelische Kirchengemeinde Annen – Wullen gegründet. Der Zusatz Wullen fiel erst ca. 1958 weg.
Der erste Pfarrer der Gemeinde, Pfarrer Gerling aus Witten, ist leider nach wenigen Tagen verstorben. Sein Nachfolger, Pfarrer Cremer ist der Erbauer der Erlöserkirche. Das damalige Presbyterium hat sich nach neuen Kirchen umgeschaut und in Bochum Weitmar das Vorbild für die Erlöserkirche entdeckt, die heutige Matthäuskirche in Bochum-Weitmar.
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Das Presbyterium war so von dem Bau angetan, dass sowohl die Pläne (mit einigen Änderungen, die wahrscheinlich aus Kostengründen erfolgten), als auch der Bauunternehmer von dort übernommen wurden.
Der Erbauergeneration war es wichtig, die Kirche besonders zu betonen, Pfarrer Cremer schrieb an den Superintendenten in Bochum 23.12.1869, man erstrebe „die Herstellung eines Kirchengebäudes von monumentalem Charakter“ und als Ziel 27.11.1870 den Wunsch: „die kirchliche Entwicklung hinter dem industriellen Emporkommen nicht gar zu weit zurückbleiben zu sehen.“ Es gibt einen alten Stich aus der Zeit etwa von 1895.
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Der Standort der Erlöserkirche ist durch das Geschenk einiger Bauern aus Annen bedingt. Sie haben der Gemeinde einen Acker mit der Auflage geschenkt, dort die Kirche zu errichten. Die Steine für die Kirche wurden aus dem Annener Berg gewonnen. Beim Bau der Strasse nach Stockum wurden sie herausgebrochen und zum Bauplatz geschafft. Es kann also gesagt werden, die Kirche hat den Weg nach Stockum freigemacht.
1872 – 1874 wurde die Erlöserkirche mit Hilfe vieler Spenden errichtet.
Inzwischen sind die Industriebauten und Schornsteine verschwunden und mit der benachbarten katholischen Kirche St. Joseph ist die Erlöserkirche Stadtbild prägend. Dies ist mit ein Grund, warum das gesamte Ensemble (Pfarrhaus, Kirche und Umfassungsmauer bzw. -zaun unter Denkmalschutz stehen.
Ein Beitrag über die Ev. Erlöserkirche Annen befindet sich auf der Seite der von Architektenkammer und Ingenieurkammer-Bau NRW betreuten Seite http://www.baukunst-nrw.de